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Nomen est omen
Primus inter pares

Dornier Do 335 B-6/TNJ...

Revell (ehem. Monogram), Maßstab 1:48, Figuren von ICM und Preiser, z.T. erheblich umgebaut (u.a. die Zivilisten sind komplette Umbauten).

Alle Gravuren neu graviert (das Modell hat erhabene Strukturen), Cockpit detailliert/verfeinert, Neu- bzw. Umbau des Funkerplatzes, Bremsleitungen am Fahrwerk hinzugefügt, Auspuffrohre (Flammenvernichter) Abgüsse von Ju 88 Nachtjäger, neue Motoren- und Waffenabdeckung vorne oben. 
Geänderte Ringkühlerverkleidung und neuer Propellerspinner (Restteile einer TA 152), zusätzliche Bodenwanne für MK 108 (Eigenbau bzw. unter Verwendung von Restteilen), MK 103 an den Tragflächen (verfeinerte und z.T. geänderte Teile aus der Restekiste), Lufthutze (Rumpfunterseite) zur Kühlung der elektr. Anlage am Funkerplatz, Radargerät FuG 218 V/R „Neptun“ (kombiniertes Nachtjagd- und Rückwärtswarngerät) von Master Model und Eigenbau. Zudem einige kleinere Details im Eigenbau.
Lackiert wie üblich mit Revell- und Testorsfarben (Model Master), Alterung/Verschmutzung mit den gleichen Herstellern sowie Pastellkreide.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass das Modell ursprünglich so nicht aussehen sollte....ein absolut fehlgeschlagener Lackierversuch ließ mich dann am Ende auf diese "Idee" kommen.






Die Geschichte zu dieser Maschine:
Über die Do 335 muss man an dieser Stelle nicht viel erzählen, die (außergewöhnliche) Konstruktion und Leistungdes Flugzeugs ist hinlänglich bekannt.
Die hier gezeigte "B-6 TNJ" (TNJ steht für Testnachtjäger) mit der Nummer 222 wurde zu Erprobungszwecken im Dezember 1944 dem I./NJG 5 in Parchim übergeben. Bis Ende März 1945 musste die Maschine etliche Modifikationen über sich ergehen lassen (u.a. der Umbau des Funkerplatzes), vor allem wurden mit ihr verschiedene Waffensysteme getestet.
Bei einem der nächtlichen Versuchsflüge Ende Januar 1945 (um u.a. das Radargerät FuG 218 V/R „Neptun“ ausgiebig zu testen), entwickelte sich aus dem Testflug (mit dem Befehl unbedingt Feindkontakt zu vermeiden!) durch den Ehrgeiz des Piloten ein scharfer Einsatz und die Besatzung (Pilot Hptm. Wilhelm Kaiser und BoFu Ltn. Friedrich König) konnte in dieser Nacht drei britische Maschinen abschießen (eine Mosquito, zwei Lancaster). Dieser "Zwischenfall" wurde jedoch erst nach dem Krieg bekannt.
Die Maschine zeigt den zuletzt bekannten Zustand, als sie auf Westerland zu einem weiteren Experimentflug mit zusätzlich angebauter MK-103 Bewaffnung an den Tragflächen vorbereitet wurde. Durch den immensen Materialmangel (u.a. kaum noch Ersatzteile verfügbar) und die etlichen Umbauten/Modifikationen zeigte die "Dora" getaufte Maschine einen relativ mitgenommenen Zustand.
Am 29. März 1945 um 23:15 Uhr starteten Wilhelm Kaiser und Friedrich König mit der "222" zu ihrem letzten Testflug. Kaum 20 Minuten nach dem Abheben hatten sie unvermittelt Feindkontakt mit zwei britischen de Havilland Mosquito Nachtjägern, die in der Nähe lauerten und sofort den deutschen Nachtjäger angriffen.
Kaiser konnte trotz all seiner Erfahrung und wilden Flugmanöver die Verfolger nicht abschütteln und so gelang einem der Mosquito Piloten entscheidende Treffer in den Heckmotor der Dornier.
Kaiser sprengte das Heck der Dornier ab (Heckleitwerk und rückwärtiger Propeller), so dass er und sein BoFu gefahrlos mit dem Schleudersitz aussteigen konnten. Trümmer des Flugzeuges fand man nahe Kiel, die Besatzung konnte unverletzt nach Westerland zurückkehren.

Ausgerüstet war diese letzte Testversion u.a. mit:
- zwei Heinkel Druckluft-Katapultsitzen
- Druckkabine
- Radargerät FuG 218 V/R „Neptun“ (kombiniertes Nachtjagd- und Rückwärtswarngerät)
- zwei DB 603N Motoren mit zweistufigem Lader und je 2700 PS Startleistung
- Höchstgeschwindigkeit 770 km/h
- zwei 20-mm Maschinenkanonen MG 151/20 über dem Motor
- eine 30-mm Maschinenkanone MK 108 durch die Propellernabe feuernd
- zwei 30-mm Maschinenkanonen MK 108 in der Bodenwanne
- zwei 30-mm Maschinenkanonen MK 108 „schräge Musik“
- optional zwei 20-mm Maschinenkanonen MK 103 in Tragflächengondeln
Es konnten, um die Reichweite zu erhöhen, zwei Zusatztanks an Tragflächenaufhängungen mitgeführt werden, worauf man aber bei den meisten Testflügen verzichtete.

P.S.: So könnte es gewesen sein...

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