peter-lepold.de
Nomen est omen
Primus inter pares

Arado Ar/Ta 235 N-0 "Stachel"...

Revell (Arado 234 B-2/N & Focke Wulf TA 154), Maßstab 1:48, Figuren von ICM und Preiser.

Tragflächen, Motoren und Hauptfahrwerk aus der Revell TA-154 z.T. geändert, Bugfahrwerk geändert, einige Gravuren neu graviert, Cockpit verfeinert,  Neu- bzw. Umbau des Funkerplatzes, Bremsleitungen hinzugefügt, Waffenläufe aus Nadelkanülen ersetzt, Flammenvernichter neu gebaut. Radargerät FuG 218 V/R „Neptun“ (kombiniertes Nachtjagd- und Rückwärtswarngerät) und Fug 400 "Athena" sind kompletter Eigenbau bzw. unter Verwendung von Restteilen. 900 Liter Zusatztank von Italeri, zudem einige kleinere Details im Eigenbau. Lackiert mit Revell- und Testorsfarben, Alterung/Verschmutzung mit Testors- und Revellfarben sowie Pastellkreide.






Die Geschichte zu dieser Maschine:
Über die Arado 234 braucht man nicht viel erzählen, nur soviel: Die B-2 war der erste strahlgetriebene Bomber der Welt und im Dezember 1944 unterzog die erste B-2/N als Nachtjäger ihren Erprobungsflug, aber die vorhandenen Strahltriebwerke waren für effektive Langstreckeneinsätze noch nicht ausgereift.
Anfang September 1944 wurden die weitaus verbesserten DB 603N Motoren erfolgreich getestet und an anderer Stelle das Radargerät FuG 400 "Athena" erstmalig eingesetzt; das brachte die Arado Ingeneure sofort auf eine Idee...!
In enger Zusammenarbeit mit Kurt Tank (Focke Wulf) baute Walter Blume (Arado) in kürzester Zeit aus der AR 234 B-2/N ein Flugzeug in einer bis dahin einmaligen Mischbauweise. Rumpf und Technik wurden zu 80% unverändert von der Ar 234 verwendet, Tragflächen sowie Fahrwerk steuerte Kurt Tank bei, die er wiederum beinahe unverändert von seiner TA 154 übernahm (dessen TA 154 Produktion wurde bekanntermaßen eingestellt) und die Motoren wurden über Umwege bei Daimler-Benz "ausgeliehen".
Mit der nun bezeichneten Arado Ar/Ta 235 N-0 setzte man ein schon vor geraumer Zeit geplantes Konzept in die Tat um, dieses Flugzeug zur Unterstützung als "Sucher" bzw. Frühwarnsystem für die Nachtjagdverbände einzusetzen.
Die Ingeneure bauten in die Arado das mittlerweile erheblich verbesserte Radargerät FuG 218 V/R "Neptun" (u.a. erhöhte Reichweite) ein, um z.B. Britische Flugzeuge schnell bei Nacht zu finden. Zusätzlich wurde das völlig neu entwickelte FuG 400 "Athena" an die rechte Tragfläche eingebaut um u.a. das Englische AI Mk.VIII Nachtjagdradar zu stören.
Diese so umgebauten Arados sollten z.B. auf den Britischen Flugrouten umherkreuzen und somit einfallende Bomber und Britische Nachtjäger schneller entdecken um wiederum die eigenen Nachtjägerverbände frühzeitig warnen zu können.
Die Besatzung der Arado sollte jedoch nicht selbst die feindlichen Flugzeuge bekämpfen sondern diese nur auffinden, den Deutschen Nachtjägerverbänden melden und die Feindflugzeuge verfolgen, die Funk- und Radaranlagen der begleitenden Britischen Nachtjäger stören und gleichzeitig die anfliegenden eigenen Nachtjäger schnell und somit effektiver zu den Zielen leiten...!
Die Ar/Ta 235 war zwar nicht sonderlich groß, jedoch durch den Einbau der Mengen an Elektronik recht schwer geworden. Um die Reichweite bzw. Einsatzdauer der Maschine zu steigern hatte man zusätzlich einen externen 900 Liter Zusatztank angebracht. Damit jedoch Treibstoff für den Flug gespart wurde, installierte man zwei abwerfbare Walter Startraketen HWK 109-500 zur Starthilfe, damit beim Startvorgang die Motoren weniger Leistung und somit weniger Treibstoff benötigten. 
Die Versuchsmuster verfügten lediglich über zwei 20-mm MG 151/20 in den Tragflächenwurzeln, eine weitere Offensivbewaffnung war u.a. aus Gewichtsgründen nicht geplant.

Ausgerüstet war die Arado Ar/Ta 235 N-0 "Stachel" u.a. mit:
- zwei Heinkel Druckluft-Katapultsitzen
- Druckkabine
- FuG 218 V/R „Neptun“, FuG 400 "Athena"- zwei 20-mm-Maschinenkanonen MG 151/20 in den Tragflächenwurzeln
- zwei Walter Startraketen HWK 109-500 als Starthilfe
- zwei DB 603N Motoren mit zweistufigem Lader und je 2700 PS Startleistung
- Höchstgeschwindigkeit 620 km/h (mit 900 Liter Zusatztank)

Insgesamt wurden drei dieser Maschinen gebaut und eine davon beim I./NJG 1 eingesetzt (der Verbleib der anderen Muster ist nicht bekannt). 
Vom 22. März bis 28. April 1945 flogen Hauptmann Wilhelm Kaiser (Pilot) und Leutnant Friedrich König (Funker) insgesamt 12 Nachteinsätze im Raum von der Niederlande bis Schleswig-Holstein.
Dabei konnten sie insgesamt fünf mal sich noch weit über der Nordsee befindliche Britische Flugzeuge orten und die Deutsche Nachtjagd frühzeitig warnen, welche somit wesentlich gezielter die Feindflugzeuge abfangen und bekämpfen konnten.....das erste "AWACS-System" war geboren!

P.S.: So könnte es gewesen sein...

Artikel im Bereich:

HomeModellbauHandballÜber michImpressumKontaktLinks

www.peter-lepold.de